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Leistungsverzeichnis

Ein Leistungsverzeichnis (LV) listet alle zu erbringenden Bauleistungen mit Mengen, Einheiten und Beschreibungen strukturiert auf.

Angebote3 Min. LesezeitHandwerks-Glossar

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Was ist ein Leistungsverzeichnis?

Das Leistungsverzeichnis (LV) ist eine strukturierte Aufstellung aller Leistungen, die im Rahmen eines Bauvorhabens oder eines Handwerksauftrags erbracht werden sollen. Jede Position beschreibt eine einzelne Teilleistung – zum Beispiel „Fliesen legen im Format 30×60 cm auf vorbereitetem Estrich" – und enthält Menge, Einheit und meist einen <GlossaryLink slug="einheitspreis">Einheitspreis</GlossaryLink>. Aus den Positionen ergibt sich die Angebotssumme.

Das LV ist damit das Rückgrat professioneller Kalkulation und Abrechnung. Es sorgt dafür, dass beide Seiten – Auftraggeber und Auftragnehmer – wissen, was genau geschuldet ist. Ändert sich der Umfang, wird ein <GlossaryLink slug="nachtrag">Nachtrag</GlossaryLink> gestellt. Beim Aufmaß werden die tatsächlich ausgeführten Mengen den Positionen zugeordnet.

Ein LV kann von Auftraggebern (öffentliche Hand, Architekten) vorgegeben werden, oft im standardisierten <GlossaryLink slug="gaeb">GAEB</GlossaryLink>-Format. Handwerksbetriebe können aber auch eigene LVs erstellen, um ihre Angebote klar zu strukturieren.

Aufbau eines Leistungsverzeichnisses

Ein LV gliedert sich üblicherweise in:

  • Titel und Untertitel – logische Gliederung nach Gewerken oder Bauabschnitten (z. B. „Fliesenarbeiten Bad EG").
  • Positionen – jede Position mit <GlossaryLink slug="positionsnummer">Positionsnummer</GlossaryLink>, Kurztext und Langtext (der <GlossaryLink slug="leistungsbeschreibung">Leistungsbeschreibung</GlossaryLink>).
  • Mengenangaben – vorgegebene Vordersätze in der jeweiligen Einheit.
  • Einheitspreise – Preis pro Einheit, den der Bieter einträgt.
  • Gesamtpreis – Menge × Einheitspreis.

Am Ende steht die Angebotssumme, meist getrennt nach Titeln.

Praxisbeispiel

Malermeisterin Frank aus Hannover erhält von einem Architekten ein LV im GAEB-Format für die Renovierung einer Wohnanlage: 42 Positionen, verteilt auf Fenster, Türen, Wände und Decken je Haustyp. Sie importiert das LV in ihre Handwerker-Software, hinterlegt ihre Einheitspreise aus dem <GlossaryLink slug="leistungskatalog">Leistungskatalog</GlossaryLink> und ergänzt eine <GlossaryLink slug="materialkalkulation">Materialkalkulation</GlossaryLink>. Nach zwei Stunden ist das Angebot verschickt – ohne dass sie einen einzigen Text abtippen musste. Nach Auftragserteilung dient dasselbe LV als Grundlage für <GlossaryLink slug="aufmass">Aufmaße</GlossaryLink>, <GlossaryLink slug="abschlagsrechnung">Abschlagsrechnungen</GlossaryLink> und die <GlossaryLink slug="schlussrechnung">Schlussrechnung</GlossaryLink>.

Zusammenhang mit Meisterio

In Meisterio ist das LV zentraler Baustein jedes Angebots: Positionen lassen sich per Vorlage, aus dem Leistungskatalog oder per GAEB-Import einfügen. Mengen können später beim Aufmaß direkt gegen die LV-Position gepflegt werden – die Software leitet daraus automatisch <GlossaryLink slug="teilrechnung">Teilrechnungen</GlossaryLink> und die Schlussrechnung ab. Änderungen an einer Position werden als Nachtrag geführt, sodass der ursprüngliche Auftragsstand nachvollziehbar bleibt.

Häufige Fehler

  • Ungenaue Leistungsbeschreibungen – „Fliesen legen" ohne Format, Verlegemuster oder Untergrund führt zu Streit und ungeplanten Kosten.
  • Vermischung von Positionen – wenn Material, Verlegung und Nebenleistungen in einer Position stecken, wird die Nachkalkulation schwierig.
  • Keine klaren Vordersätze – fehlen Mengen, bekommt jeder Bieter ein anderes LV, Vergleichbarkeit ist dahin.
  • Kein Nachtrag bei Änderungen – wer außerhalb des LV baut, riskiert unbezahlte Leistungen. Änderungen gehören als Nachtrag ins LV.
  • Fehlende Einheiten – „Stk." statt „m²" für eine Fläche macht die Abrechnung unmöglich.

FAQ

Muss ich ein LV verwenden? Bei kleineren Aufträgen an Privatkunden reicht oft ein einfaches Angebot. Sobald mehrere Gewerke, Bauabschnitte oder öffentliche Auftraggeber im Spiel sind, ist ein sauberes LV unverzichtbar – nur so lassen sich Nachträge und Abschläge klar begründen.

Was ist der Unterschied zwischen LV und Angebot? Das LV beschreibt die Leistungen und Mengen. Das <GlossaryLink slug="angebot">Angebot</GlossaryLink> ergibt sich, wenn der Bieter Einheitspreise einträgt und die Summe bildet. LV = „Was?", Angebot = „Für wie viel?".

Was heißt GAEB im Zusammenhang mit LVs? GAEB ist ein Datenaustausch-Standard für LVs. Öffentliche Auftraggeber liefern LVs häufig als GAEB-Datei (.d81, .x83, .x86). Diese kann in Handwerker-Software importiert werden – ohne Abtippen, ohne Fehler.

Wie gehe ich mit Mengenänderungen um? Solange sich die Mengen im vertraglich vereinbarten Rahmen bewegen, wird nach tatsächlichem Aufmaß abgerechnet. Weichen sie stark ab (VOB/B §2 Abs. 3: mehr als 10 %), können neue Einheitspreise verhandelt werden.

Kann ich mein LV wiederverwenden? Ja – gute Handwerker-Software erlaubt es, Positionen aus dem Leistungskatalog immer wieder in neue LVs zu übernehmen. So spart man Zeit und stellt einheitliche Qualität sicher.

Checkliste vor dem Versand

  • Jede Position hat einen eindeutigen Kurz- und Langtext.
  • Mengen und Einheiten sind vollständig und plausibel.
  • Titel/Untertitel gliedern das LV nach Gewerken oder Räumen.
  • Einheitspreise sind mit Material und Lohn hinterlegt.
  • Optionale Positionen sind als „Alternativ" oder „Bedarf" gekennzeichnet.

Leistungsverzeichnis einfacher umsetzen

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